Wilding von Königsbrück

(W. Principe di Radali)


Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser

1859-1941

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

IX, 574

Rangliste der Königlich Sächsischen Armee

1884, 53, 215

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 35, 82, 137


»Wilding von Königsbrück.  Se. M. der König von Sachsen hat dem Besitzer der Standesherrschaft Königsbrück, Ernst Wilding Principe di Radoli, nachdem derselbe die Verpflichtung eingegangen ist, über diese Standesherrschaft ein die Erhaltung des Besitzes derselben bei seiner Familie sicher stellendes Familien-Fideicommiß zu errichten, übrigens mit Vorbehalt der ihm durch seinen Besitz im Königreich beider Sicilien beiwohnenden Eigenschaft als „Fürst von Radoli“, für sich und seine eheliche Descendenz beiderlei Geschlechts den Grafenstand des Königreichs Sachsen unter dem Namen „Grafen und Gräfinnen Wilding von Königsbrück“ verliehen. - Am 31. Aug. 1857 wurde der Fürst auf dem außerordentlichen Landtage zu Budissin als Standesherr von Königsbrück eingeführt und nahm seinen Sitz mit Stimme als erster Standesherr des Markgrafenthums Ober-Lausitz ein.  Der Fürst diente seit dem Jahre 1806 in der k. deutschen Legion und nach deren Auflösung in der k. Garde zu Hannover, aus welcher er 1834 seinen Abschied nahm, unter Beilegung des Characters als Major (ohne Datum des Patents) und unter Ertheilung einer ansehnlichen Pension, auf die er im Jahre 1841 freiwillig verzichtete.  Zum Ritter des k. Guelphen-Ordens wurde er bereits 1817 auf Empfehlung des Ordens-Capitels vom 12. Aug. jenes Jahres durch König Georg IV., damaligen Prinzregenten, ernannt.  Nach dem Ableben seines ältern Bruders, Georg Wilding Principe di Butera Radoli, ehemal. k. sicilianischen Botschafters zu Paris und spätern Gesandten zu Petersburg, im Jahre 1841, wurde er dessen Universalerbe laut hinterlassenem Testament und erhielt den Titel als „Principe“, welcher dem Fürsten Butera im eigenen Recht durch den König beider Sicilien Ferdinand I. im Jahre 1822 beigelegt worden war.  Jn diesem Titel ward der nunmehrige Fürst nach dem Gutachten der Hohen Adels-Commission zu Neapel als gesetzlich berechtigter Nachfolger, als Principe di Radoli, durch k. Decret d. d. Neapel 27. April 1842 bestätigt.  Im Januar 1843 ernannte König Ferdinand II. den Fürsten zu einem seiner Kammerherren con esercizio, in welcher Stellung er noch vor zwei Jahren am Hofe zu Neapel sich aufhielt.  Die Standesherrschaft Königsbrück erkaufte derselbe im März 1856 vom Reichsgrafen Peter Alfred von Hohenthal. - W.: senkrecht getheilt; rechts in Silber der kurz abgesägte Stamm (Strunk) eines Eichbaums mit drei Wurzeln, über welchem drei natürliche Eicheln in einer Reihe schweben (Wilding).  Links in Blau ein aus der rechten Schildesseite schrägelinks ausströmender silberner Fluß, über den eine dreibogige steinerne Brücke führt; das Ganze ist von einer schwebenden goldenen Königskrone überhöht (Königsbrück).  Grafenkrone.  Hinter dem Schilde befinden sich zwei andreaskreuzweise gelegte, auswärts abfallende Fahnen, die rechte silbern, die linke blau.  Der über der Grafenkrone mit einem Fürstenhut bedeckte Schild ist hinten von einem mit Hermelin gefütterten Purpurmantel umgeben.  Schildhalter: zwei um Kopf und Lenden mit Laub bekränzte wilde Männer.  Helme und Kleinodien kommen nicht vor.«  (S. 952, Gotha. genealog. Taschenbuch der gräflichen Häuser, 32. Jg. 1859)


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